

Wirtschaftsbrief & Unternehmerabend ins Leben gerufen
Von Insa Kassmann-Hahs
Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Leer startete 2010 mit dem Unternehmerabend und dem Wirtschaftsbrief zwei neue Projekte. In einem Interview schildert Dieter Schröer, Leiter der Wirtschaftsförderung, Inhalte und Ziele dieser neuen Aktionen.
Mit welchem Ziel hat die Wirtschaftsförderung den ersten Unternehmerabend ins Leben gerufen?
Die geplanten Unternehmerabende sollen vorrangig der Sensibilisierung für das Thema ‚demografischer Wandel’ dienen. Neben Statistiken zur Bevölkerungsentwicklung und zur Verschiebung der Altersstruktur unserer Bevölkerung wollen wir Unternehmen aufzeigen, welchen Herausforderungen aber auch Chancen sie gegenüberstehen. So werden Unternehmen zukünftig stärker als bisher um jungen, qualifizierten Nachwuchs konkurrieren. Vor allem kleine Unternehmen in eher ländlich geprägten Regionen werden es hier schwer haben. Das heißt, dass Gesundheitsförderung und Qualifizierung für alle Altersgruppen zukünftig noch wichtiger werden. Krankheitsbedingte Ausfallzeiten oder veraltetes Wissen werfen Unternehmen zurück. Und wenn junge Nachwuchskräfte nicht verfügbar sind, kann neues Wissen beispielsweise nur durch Qualifizierung der vorhandenen Beschäftigten in den Unternehmensalltag eingebracht werden.
Welche Unternehmer möchten Sie mit diesem Angebot ansprechen?
Wir wollen alle Unternehmen im Landkreis Leer erreichen. Vom Kleinstunternehmer zum Großunternehmen, in allen Branchen, Städten und Gemeinden des Landkreises. Deshalb veranstalten wir nicht nur Unternehmerabende, sondern auch Arbeitsmarktgespräche nach Branchen und werden künftig zu einzelnen Schwerpunktthemen Unternehmerstammtische oder Kaminabende anbieten.
Wie oft und wo sollen diese Unternehmerabende stattfinden?
Unser Ziel ist es, in jeder Stadt oder Gemeinde einen Unternehmerabend anzubieten. Wo es sinnvoll und gewünscht ist, können – wie im Falle des Unternehmerabends im Rheiderland – einzelne Städte und Gemeinden sich zusammenschließen. Wenn wir dieses Ziel 2010 erreichen, dann ist das sehr gut.
Welche Themen oder Vorträge werden auf diesen Veranstaltungen präsentiert und erörtert?
Zentral ist dabei der ‚demografischer Wandel’ und die Auswirkungen auf die Unternehmen und auf die Märkte, denn die Kunden altern ebenfalls. Da dies aber ein Querschnittsthema ist, welches für Kommunalverwaltungen, Unternehmen, Schulen, Vereine – einfach für die Gesamtgesellschaft von Bedeutung ist – ist die Kombination mit vielen anderen Themen denkbar. Es liegt also immer in der Hand der Gastgeber, weitere Themen aufzugreifen oder einzelne betriebliche Handlungsfelder zur Gestaltung des demografischen Wandels in Unternehmen in speziellen Vorträgen vertieft zu erörtern.
Warum haben Sie gerade Bunde als ersten Veranstaltungsort gewählt?
Die drei Bürgermeister im Rheiderland haben nach Ankündigung unserer Idee spontan zugestimmt, das Thema ‚demografischer Wandel’ aufzugreifen und in einer Veranstaltung vor allem Unternehmen näher zu erläutern. Gerald Sap befasst sich selbst bereits seit Jahren mit dem Thema und sein Projekt in Ditzumerverlaat – Grundschule und Dörphuus unter einem Dach – zeigt seinen ‚demografischen Weitblick’. Auch die Bürgermeister aus Jemgum und Weener, Johann Tempel und Wilhelm Dreesmann, setzen sich verstärkt mit dem Thema auseinander.
Seit Januar gibt die Wirtschaftsförderung auch einen Wirtschaftsbrief heraus, der kostenlos von Unternehmen bezogen werden kann. Welche Ziele verfolgen Sie damit?
Den Wirtschaftsbrief publizieren wir vierteljährlich. Er geht interessierten Lesern entweder per E-Mail oder per Postsendung zu. Außerdem steht er im Internet unter www.landkreis-leer.de als Download zur Verfügung. Er soll künftig insbesondere Unternehmen über Ansprechpartner und Aktivitäten der Wirtschaftsförderer im Landkreis Leer, über aktuelle Fördermöglichkeiten, Veranstaltungen und weitere wichtige Unternehmensthemen informieren.
Mit welchen Aktionen wollen den Wirtschaftsbrief bei Unternehmen bekannt machen?
Aktuell haben wir bereits 230 Anmeldungen für den Wirtschaftsbrief. Noch immer kommen Anmeldungen, um in den Verteiler aufgenommen zu werden. Neben der klassischen Öffentlichkeitsarbeit werden wir auch auf den Unternehmerabenden und all unseren anderen Veranstaltungen immer auf den Wirtschaftsbrief hinwiesen und Anmeldebögen auslegen.
Hat die Wirtschaftsförderung für dieses Jahr noch weitere neue Projekte geplant?
Sicherlich wird es noch das eine oder andere Projekt in diesem Jahr geben! Wer sich immer aktuell informieren möchte, der sollte den Wirtschaftsbrief beziehen. Wie Sie wissen, ist die Wirtschaftsförderung des Landkreises mit vielen verschiedenen Aufgaben betraut und für insgesamt acht Gesellschaften zuständig. Insofern wird es in 2010 sicher noch einiges Neues geben.




