Bauzeit der neuen Produktionshalle wird eingehalten -
Produktion startet im Sommer
Bauzeit der neuen Produktionshalle wird eingehalten - Produktion startet im Sommer

ENERCON in Haren „im Plan“

Hermann Garrelmann
Haren.
„Alles läuft planmäßig“, kommentiert Felix Rehwald, Pressesprecher der Enercon in Aurich, den Baufortschritt des neuen Rotorenwerkes in Haren. Die Produktion werde „im Sommer dieses Jahres“ anlaufen. Auf dem etwa 18 Hektar großen Gelände am Eurohafen zwischen Haren und Meppen haben die Bauhandwerker alle Hände voll zu tun. Während rund um den etwa 24.000qm großen Hallenneubau bereits an den Außenanlagen gearbeitet wird, sind andere Handwerker mit Fassadenarbeiten beschäftigt. Wieder andere kümmern sich bereits um die Technik im Gebäudeinnern. Vom Spatenstich im vergangenen Jahr an dürfte die Bauzeit von etwa zwölf Monaten eingehalten werden.

Am neuen Produktionsstandort im Emsland will Enercon künftig Blattsätze für seine Windenergieanlagen herstellen. Mit einem flexiblen Hallenlayout hält man sich viele Fertigungsoptionen frei, die Gebäude entsprechen dem neuesten Stand der Technik. Der Neubau umfasst im Kern eine etwa 280 Meter lange Halle für die Fertigung von Rotoren vor. Mit 15 Metern Höhe und 85 bis 90 Metern Breite entsteht so neben dem Kraftfutterwerk Rothkötter und den Emsland Frischgeflügel ein weiteres markantes Bauwerk am Eurohafen.

Ausschlaggebend für die Wahl dieses Standortes war die verkehrstechnisch günstige Lage. Rohmaterial und Fertigprodukte können sowohl per Lkw als auch per Bahn oder Binnenschiff an- und abtransportiert werden. Der straßenseitige Anschluss wartet mit einer neuen leistungsfähigeren Anbindung des Industriegebietes an die Bundesstraße 70 noch auf eine dringend notwendige Optimierung. Wasserseitig sind die Voraussetzungen besser: Der Eurohafen, der im vergangenen Jahr erstmals mehr als 500.000 Tonnen Umschlag verzeichnete, erwartet durch das neue Werk ein weiteres Umschlagplus.

Im neuen Blattwerk in Haren werden schon bis Ende 2012 einige hundert neue Arbeitsplätze entstehen. „Etliche Angestellte wurden bereits eingestellt“, bestätigt Rehwald, der aber keine genauen Zahlen nennen mag. Derzeit werden nicht nur diese Mitarbeiter werksintern eingearbeitet.

Um den weiteren Bedarf an qualifizierten und motivierten Fachkräften zu decken, hat Enercon ein deutsch-niederländischen Qualifizierungsprojekt angeschoben. Gemeinsam mit den niederländischen Gemeinden Oldambt und Staadskanal sowie der Kreishandwerkerschaft Leer kümmerte man sich um die Qualifizierung von niederländischen Arbeitnehmern.

Nach erfolgreichem Abschluss der Qualifizierungsmaßnahmen haben die Teilnehmer die Aussicht auf eine Festanstellung. Von den Teilnehmern der ersten Qualifizierungsmaßnahme wurden bereits Mitarbeiter für Haren fest angestellt. Für 2012 sind bereits weitere Qualifizierungsmaßnahmen geplant, an denen jeweils auch Interessenten aus den Niederlanden teilnehmen werden. Eingesetzt werden die Mitarbeiter in der Rotorblattfertigung, für die weitere Arbeitskräfte gesucht werden. Handwerkliche Fähigkeiten, insbesondere eine Ausbildung in einem Handwerksberuf, sind für Bewerber von Vorteil.

„Wir haben Schwierigkeiten, die für unser nachhaltiges Wachstum benötigten Mitarbeiter allein in Ostfriesland und im Emsland zu rekrutieren, der Markt scheint leergefegt“, bestätigt Rehwald den derzeitigen Fachkräftemangel. Daher sei man mit diesen Maßnahmen neue Wege gegangen. Allerdings werde auch in hauseigene Ausbildung investiert. Im vergangenen Jahr hätten 90 junge Menschen bei Enercon ihre Ausbildung in insgesamt 20 Berufsfeldern begonnen. Diesen könne man mit einer späteren Übernahme als zukünftige Mitarbeiter beste Perspektiven auf eine berufliche Karriere anbieten.

Erstellt werden sollen im neuen Enercon Standort in Haren vornehmlich Rotorblätter für die neue Generation von Windenergiekonvertern. Zwei Anlagen dieses Typs mit der Bezeichnung E 101 sind bereits als Prototyp mit einer Leistung von drei Megawatt Strom in Haren-Rütenmoor erstellt.

Eurohafen Emsland konnte in diesem Jahr Umschlagsmenge erhöhenEurohafen Emsland konnte in diesem Jahr Umschlagsmenge erhöhen

Umschlag mit Windenergieanlagen startet bald

Von Hermann Garrelmann
Haren.
Mit dem TMS Noordenwind ((ENI-Nr. 2315871) kam die Ladung, die im Eurohafen zwischen Haren und Meppen die 500.000 Tonnen Umschlag Marke knackte. Für das Jahr 2011 war es Schiff Nummer 536. Schiffsführer Eltje Hut kam mit Dünger aus Groningen in den Eurohafen zum Löschen. Hafenmeister Frank Kroschewski hatte für den Transporteur der „besonderen Tonne“ ein blumiges Geschenk parat. Kroschewski zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden: „Auch wenn wir von der Betreibergesellschaft des Eurohafens Emsland der prognostizierten Umschlagsmenge von mehr als 500.000 Tonnen mit gesunder Skepsis begegnet sind, wir haben diesen Wert nun tatsächlich erreicht.“

Der im Oktober 2007 in Betrieb genommene Hafen am Dortmund-Ems-Kanal (Fluß-km 176,6) übernimmt somit zunehmend die Funktion einer zentralen logistischen Drehscheibe im mittleren Emsland. Schwerpunkte des Umschlags sind Schüttgüter, vor allem Baustoffe, Dünger und Futtermittel. Der Kraftfutterhersteller Rothkötter hat mit aktuell 381.000 Tonnen den größten Anteil am Umschlag. Der Baustoffsektor, vor allem mit Kies, Schlacke und Splitt beläuft sich derzeit auf 116.000 Tonnen. Das resultiert unter anderem aus den Bauaktivitäten der Firma Enercon, die in unmittelbarer Nähe zum Hafen ein neues Rotorenwerk baut und dazu eine rund 24.000 qm große Werkhalle errichtet. Hier wurden in 2011 große Mengen an Schotter und Splitt benötigt. Nach der Aufnahme der Produktion bei Enercon im Sommer 2012 wird bei den Stückgütern eine kräftige Expansion erwartet. Künftig sollen die Flügel der Windkraftanlagen hier verladen werden.

Den Standortvorteil des interkommunalen Gewerbegebietes Eurohafen mit der trimodalen Anbindung Straße, Schiene und Wasser haben längst auch weitere Unternehmen erkannt. Der Apparatebauer Barlage fertigt sozusagen direkt an der Kaikante große Sonderapparate, unter anderem für Kraftwerke. Das erspart dem Unternehmen aufwändige Schwertransporte vom Stammwerk in Haselünne-Flechum. Die ebenfalls im interkommunalen Industriegebiet agierende Emsland-Frischgeflügel ist am Hafenbetrieb direkt nicht beteiligt. Dafür nutzen ein Transportbetonwerk, Firma Kerker aus Aurich, und in Kürze auch das im Düngemittel-Bereich tätige Unternehmen Beiselen aus Ulm die Umschlagmöglichkeiten. Zu den weiteren betreiben im Umfeld des Eurohafens gehören zahlreiche Mittelständische Betriebe. Auch ELA-Container verfügt über ein großes Terrain mit eigenem Bahnanschluss.

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