20. Niedersächsischer Hafentag20. Niedersächsischer Hafentag

Grußwort zum 20. Niedersächsischer Hafentag in EmdenGrußwort zum 20. Niedersächsischer Hafentag in Emden

„Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.“
Lucius Annaeus Seneca

Von Oberbürgermeister Alwin Brinkmann
Emden.

Liebe Leserinnen und Leser,

ich freue mich auf den 20. Niedersächsischen Hafentag, der am 03. September 2010 in unserer Seehafenstadt Emden stattfinden wird.

Auch im Emder Hafen waren die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise und des damit einhergehenden Rückgangs des Güterverkehrs zu spüren. Ein breites Angebotsportfolio hat jedoch dazu geführt, die Einbußen deutlich zu vermindern.

Dazu gehört insbesondere der Ausbau Emdens zur Produktions- und Logistikdrehscheibe von Offshorewindkraftfeldern und Onshorewindkraftanlagen. In den letzten Jahren sind beispielsweise über 1.000 Arbeitsplätze in der Windenergie-Branche direkt in Emden entstanden. Mittelfristig werden es über 1.500 neue Arbeitsplätze werden.

Hiermit wird deutlich: Die Seehafenstadt Emden ist ein Job-Motor in der Region. Bei über 27.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen kommen fast 60 Prozent der Beschäftigten, das sind über 16.000 Menschen, aus der Region.

Eine weitere Verbesserung der Anbindung Emdens und Ostfrieslands an das nationale Straßen-, Schienen- und Wasserstraßennetz sowie des Flugplatzes Emden sichert unseren Industriestandort. Besonders sei hier die Fertigstellung des Frisia-Kreisels erwähnt. Mit dem von N-Ports durchgeführten Umbau des Gleisdeichschartes Nesserland, sowie mit der neuen Verkehrsanbindung Borkumkai ist ein hoher Infrastrukturgrad in Emden erreicht.

Nichts desto trotz wird uns in Zukunft der Ausbau des Hafengebietes beschäftigen. Das Herz Emdens bleibt der Hafen mit seinen rund 5.000 direkt und indirekt Beschäftigten. Zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit muss unter anderem die Emspier weiter ausgebaut werden. In den geplanten Ausbaumaßnahmen der Ems liegen große Chancen. Die Emsvertiefung ist in diesem Kontext notwendig.

Die globalen langfristigen Prognosen gehen von einem weiteren Wachstum aus. Für die Hafenstandorte heißt dies grundsätzlich, geplante Ausbauvorhaben weiter voranzutreiben. Gerade vor diesem Hintergrund ist die Weiterentwicklung des Rysumer Nackens für Emden und die gesamte Region eine notwendige und zukunftsweisende Angelegenheit, die Arbeitsplätze schafft und sichert.

Ich wünsche dem 20. Niedersächsischen Hafentag einen guten Verlauf und bin mir sicher, dass am 03. September 2010 deutlich wird, dass die niedersächsischen Häfen gerüstet sind für die Zukunft.

Full-Service Dienstleitung der Nordseehalle im Veranstaltungsbereich
ausgebaut
Full-Service Dienstleitung der Nordseehalle im Veranstaltungsbereich ausgebaut

Niedersächsischer Hafentag findet in der Nordseehalle statt

Emden. Die Nordseehalle in Emden zählt zu den Veranstaltungsorten in der Seehafenstadt, in der über Hunderte von Personen für Großveranstaltungen reinpassen. Auch der 20. Niedersächsische Hafentag wird dort am 3. September stattfinden und Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer Seaports of Niedersachsen GmbH, wird die rund 500 geladenen Gäste um 11 Uhr vormittags in der Nordseehalle begrüßen.

Neben vielen baulichen Erneuerungen in den letzten Jahren (Dach, sanitäre Anlagen, Künstlergarderoben, Lüftungsanlagen, Brandschutz), wurde auch die Personalstruktur dieser großen Mehrzweckhalle den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Betriebsleitung, Controlling und Rechnungswesen sowie die Technische Abteilung werden seit Februar 2010 durch ein Veranstaltungsmanagement unterstützt. Als Leiter des Veranstaltungsmanagements wurde der langjährige Eventmanager Eddy Behrens aus Oldenburg eingestellt. Die gebürtige Emderin Nadine Behrensdorf arbeitete viele Jahre bei der Hamburger Konzertdirektion Karsten Jahnke und ist jetzt ebenfalls als Veranstaltungsmanagerin in Emden tätig.

Das Team besteht aus vier Mitarbeitern und kooperiert nicht nur mit regionalen und überregionalen Konzertveranstaltern, sondern wird auch eigene Events generieren, um die Auslastung der Nordseehalle zu optimieren. 3.200qm Fläche, Trennwände sowie eine flexible Bestuhlung und Betischung passen sich nahezu jeder Eventsituation an – egal, ob Konzert, Gala, Kongress, Messe, Fest oder TV-Show. Für Tagungen, Seminare oder Pressekonferenzen mit geringerer Teilnehmerzahl gibt es drei kleinere separate Räume, welche sich zu einem großen Raum kombinieren lassen. Die Nordseehalle ist mittels Trennwand in 1/3 und 2/3 der Gesamtfläche teilbar.
Die daraus resultierende Flexibilität vervielfacht die Möglichkeiten. Schon 1592 ließ sich Christopher Marlowe durch den Protagonisten seiner Dr. Faustus-Erzählung zu einem „The signiority of Em(b)den shall be mine!“ hinreißen. Wer wissen will, warum man ihm auch heute noch Recht geben darf, sollte sich zu selbigen Koordinaten begeben, wie der englische Dichter vor über 400 Jahren: 53° 22´ 3“ N / 7° 12´ 13“ E !

Zwei schicksalsträchtige Weltkriege hatten die Seehafenstadt nahezu komplett zerstört. Gemeinschaftlich befreien die Emder seitdem ihren Phoenix aus der Asche. 1964 wurde der Grundstein für Emdens größten Arbeitgeber, das Volkswagen-Werk, gelegt. Die dritte und letzte niedersächsische Gemeindereform 1972 ließ die magische Einwohnerzahl-Grenze von 50.000 überschreiten.

Seitdem wird Emdens kulturelle Infrastruktur stetig ausgebaut und optimiert. Aus dieser Zeit stammen unter anderem auch das Neue Theater sowie die Nordseehalle, welche mehr als 5.000 Besucher fasst.
Die Barrierefreiheit ist nicht nur für (gehbehinderte) Besucher von Vorteil, sondern sorgt aufgrund der Befahrbarkeit mit Trucks für kurze Transportwege. Das Personal stellt höchste Ansprüche an die Sicherheit für die Besucher der Halle. Ob längs oder quer, bestuhlt oder unbestuhlt, inklusive Catering oder exklusive, mit fremder Veranstaltungsplanung und –leitung oder als Full-Service Dienstleister von A bis Z, die Nordseehalle passt sich den Wünschen seiner Kunden an. Die Lage im Ballungszentrum von Schulen, Freizeitbad, Fußball– und Schützenplatz sowie die Nähe zum Bahnhof, zur Autobahn, zum Hafen und einem Flugplatz gewährleistet gute Anreisemöglichkeiten.

Die direkt angrenzenden Parkplätze bieten Stellmöglichkeiten für 10 Trucks, 2 Nightliner inklusive Stromanschluss, 20 Busse und über 700 PKWs. VIPs gelangen über eine separate Zufahrt ungesehen in die Halle. Auf Wunsch organisiert das Nordseehallen-Team ein komplettes Rahmenprogramm für Tagungsteilnehmer, Künstler oder andere Gäste. Emden hat weitaus mehr zu bieten als Namen wie Henri Nannen, Martin Faber, Wolfgang Petersen, Karl Dall oder Otto Waalkes, welcher seinen Geburtsort auch „Stadt mit einem Buchstaben (M)“ nennt. Wer sich davon selbst überzeugen will, stellt sein Navigationsgerät auf „Emden (Ostfriesland)“ ein oder schaut zunächst unter www.nordseehalle-emden.de.

Ein Auszug aus der Chronik zeigt, wie viele Gesichter die Nordseehalle Emden hat:
Messen/Ausstellungen: Business Plus, KOMPAKT, Baumesse, Automobilausstellung, Hochzeitsmesse, Hobbybörse, Ausstellungen von Orientteppichen und Rassetieren, CD- & Schallplattenbörsen und „Fit für die
Zukunft“-Seminare, Konzerte, Shows, Comedy und vieles mehr.

Niedersächsische Seehäfen sind Zentrum der Offshore-Industrie in
der Nordsee
Niedersächsische Seehäfen sind Zentrum der Offshore-Industrie in der Nordsee

Emder Hafen versorgt Offshore-Windparks

Emden. Brake, Cuxhaven, Emden, Stade und Wilhelmshaven schon heute führend bei der Produktion und Logistik von Windenergieanlagen. In Niedersachsens Seehäfen herrschen ideale Voraussetzungen zur Entwicklung und Fertigung von Windenergieanlagen. Die Offshore-Basishäfen Cuxhaven und Emden sowie die Standorte Brake, Stade und Wilhelmshaven bieten hervorragende Strukturen für die in der Nordsee begonnene Errichtung von Offshore-Windparks.

Während in anderen Hafenstandorten an der Deutschen Bucht momentan lediglich über die nicht unumstrittene Umnutzung bestehender Hafeninfrastrukturen nachgedacht wird und der Bau eines speziellen Offshore-Terminals noch in weiter Ferne zu sein scheint, bestehen in den niedersächsischen Standorten Cuxhaven und Emden bereits hervorragende Strukturen zum Verladen der Anlagen. Auch in Brake, Stade und Wilhelmshaven ist man für den Umschlag von Offshore-Windenergieanlagen bestens gerüstet.

In Cuxhaven, optimal am seeschifftiefen Fahrwasser der Elbe mit direktem und schleusenfreiem Zugang zur Nordsee gelegen, möchten Investoren wie die STRABAG AG bereits in zwei Jahren bis zu 100 vollständig montierte Windkraft-Anlagen jährlich produzieren. Der Ausbau der Cuxhavener Hafenanlagen durch das Land Niedersachsen mit zwei zusätzlichen Liegeplätzen sowie einem Spezialliegeplatz für einen Katamaran wurde bereits in diesem Mai begonnen. Infrastrukturen wie das von der Rhenus Cuxport betriebene Mehrzweckterminal mit seinen vier Liegeplätzen und den rund 24 ha schwerlastfähig befestigten Flächen eignen sich hervorragend als Umschlagsplatz bzw. Errichterhafen für die Windparks der Zukunft. Die für den Bau des Windparks „BARD Offshore 1“ verwendeten, bis zu 450 t schweren Gründungskörper (Tripiles) der Anlagen stammen aus Cuxhaven. Dort stellt sie die zur BARD-Gruppe gehörende Cuxhaven Steel Construction (CSC) bereits serienmäßig her.

Allein vom Standort Emden ausgehend sollen in den nächsten Jahren bis zu 240 komplette Windkraftwerke der Multi-Megawatt-Klasse für die verschiedenen Windparks in der Nordsee verladen werden. Die Bauarbeiten für den Windpark „BARD Offshore 1“, circa 100 km nordwestlich von Borkum entfernt, haben in diesem Frühjahr begonnen. Der Hafen Emden agiert zudem schon heute als Basis für die Versorgung von Offshore-Windparks mit vielfältigen Dienstleistungen.

Von Brake aus werden schon seit Jahren weltweit Onshore-Windenergieanlagen exportiert. Ein ausgeklügeltes Supply-Chain-Management sorgt für die lückenlose Baustellenversorgung. Für die Verladung von Offshore-Windenergieanlagen ist man hier aufgrund dieser Erfahrungen bestens vorbereitet. Wilhelmshaven war bereits bei der Errichtung des ersten deutschen Offshore-Windparks “Alpha Ventus” aktiv. Im Inneren Hafen in Wilhelmshaven wurden etwa die riesigen Gründungsstrukturen sowie die Trafoplattform für “Alpha Ventus” montiert und von hier aus zur Baustelle gebracht.

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