Nautisches EssenNautisches Essen

Grußwort des Festredners beim Nautischen Essen am 19. März 2010
in Emden
Grußwort des Festredners beim Nautischen Essen am 19. März 2010in Emden

Offshore-Branche setzt Wachstumsimpulse an der Küste

Von Jörg Bode
Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Hannover/Emden.
Die maritime Wirtschaft ist eine traditionsreiche und gleichzeitig für die Zukunft sehr wichtige Branche für das Land Niedersachsen und bietet erhebliche Entwicklungspotentiale. Neben der See- und Binnenschifffahrt, der Hafenwirtschaft und der Schiffbauindustrie zeichnet sich Niedersachsen als Standort der zukunftsträchtigen Offshore-Windenergie, der Meerestechnik oder auch der Blauen Biotechnologie aus. Mit den damit verbundenen herausragenden Hochschuleinrichtungen und wissenschaftlichen Instituten ist Niedersachsen in der maritimen Forschung und Entwicklung gut aufgestellt.

Die Stärkung der deutschen Seehäfen ist für die Leistungsfähigkeit der wachsenden Logistikbranche unverzichtbar. Deshalb treibt das Land Niedersachsen mit seiner Hafengesellschaft Niedersachsen Ports 2010 das bislang größte Investitionsprogramm auf den Ausbau der Infrastruktur in den eigenen Seehäfen und die Fertigstellung des JadeWeserPorts voran. Diese Investitionsmittel sind gut angelegt, da die multifunktionale Ausrichtung der niedersächsischen Seehäfen die Unabhängigkeit bei konjunkturellen Problemen einzelner Branchen sichert.

Die bisher erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, die ihrerseits mit Investitionen die staatlich geschaffene Infrastruktur belebt und somit Wertschöpfung generiert, soll fortgesetzt werden.

In den Häfen werden neue industrielle Arbeitsplätze entstehen, für die Umschlagsunternehmen entwickelt sich ein neues Marktsegment. Die Verladung von Offshore-Windanlagen ist dabei ein Spezialgebiet der niedersächsischen Seehäfen. Die ausgezeichnete Startposition, die sich Niedersachsen im Standortwettbewerb der Offshore-Branche erarbeitet hat, wird weiter ausgebaut – die Wachstumsimpulse, welche diese Industrie mit sich bringt, werden die Wirtschaftsachse Küste erheblich stärken.

Das traditionelle Nautische Essen ist auf dem Weg dorthin stets eine besondere Möglichkeit für die Entscheidungsträger maritimer, wirtschaftlicher und kultureller Bereiche, persönlich und natürlich bei gutem Essen zusammenzukommen.

Ich wünsche der Veranstaltung einen erfolgreichen Verlauf und bedanke mich ganz herzlich für die Einladung zu diesem Treffen.

Nautischer Verein zu Emden e.V. ehrte elf Jubilare im Klub zum
guten Endzweck
Nautischer Verein zu Emden e.V. ehrte elf Jubilare im Klub zum guten Endzweck

Professor der Seefahrtschule seit 25 Jahren dabei

Emden. Bei dem traditionellen Gericht „Linsen mit Speckfett“ fand die diesjährige Generalversammlung des Nautischen Vereins zu Emden e. V. wieder im Klub zum guten Endzweck in Emden statt. Gleich fünf Mitglieder des Nautischen Vereins konnten für die 40-jährige Mitgliedschaft geehrt werden. Sechs Jubilare sind bereits seit 25 Jahren im Nautischen Verein, der aktuell über 605 Mitglieder verfügt, dabei.

Seit dem Jahr 1970 sind Theodor Galts und die Kapitäne Theo Erfeling. Heyo Janssen, Walter Müller und Erich Schulte Mitglied im Nautischen Verein. Der Vorsitzende des Nautischen Vereins, Frank Wessels, ehrte die Jubilare und bedankte sich für die langjährige Mitgliedschaft. Außerdem unterstützt Theodor Galts den Nautischen Verein seit vielen Jahren ehrenamtlich und ist auch in der Mitgliederwerbung aktiv.

Über drei Jahrzehnte lang galt Prof. Rüdiger Böhlhoff als Galionsfigur an der Seefahrtschule in Leer. Der langjährige Professor an der Fachhochschule war Diplomat und Kämpfer zugleich, denn immer wieder kamen Schließungsgerüchte der Seefahrtschule auf. Auch das Thema „unbesetzte Professorenstellen“ stand immer im Fokus von Böhlhoff, der nun für die 25-jährige Mitgliedschaft beim Nautischen Verein geehrt wurde. Außerdem ehrte Frank Wessels die Mitglieder Bernhard Djuren, Rolf-Rüdiger Gehrig, Prof. Winfried Hutwalker, Dipl.-Ing. Dieter Lueken und Frank Mälzer, die ebenfalls seit 1985 Mitglied im Nautischen Verein sind.

Auch Emder Lotsen arbeiten mit „Susan“Auch Emder Lotsen arbeiten mit „Susan“

Von Bernhard Fokken
Leer/Emden.

Der Germanische Lloyd hat den Schiffsführungssimulator „Susan“ im Unternehmen „Nautitec“ für Forschung und Fortbildung zertifiziert. Simuliert wird alles, was auf der Brücke passieren kann. Tägliche Navigation, Fahren in schwierigem Gewässer, Stresssituationen wie Fahren mit großem Schiff in engem Fahrwasser, Feuer im Motorraum und andere Notfälle, Schleppfahrten oder Tankerfahrten.

Seit einiger Zeit halten sich auch die 35 Emder Lotsen mit „Susan“ fit für ihren Job. Sie müssen sieben Tage im Jahr zur Fortbildung.

„Susan“ simuliert zahlreiche Gewässer: Deutsche Bucht, Ärmelkanal, Bosporus, Elbe, Ems, Weser, die Häfen Singapur, Zeebrügge, Hamburg und Emden – und das selbst erfundene Simland, ein Revier mit den kombinierten Eigenarten mehrerer Reviere.

„Nautitec“ verfügt über einen Pool von Ausbildern (Instruktoren) aus der seemännischen Lehre und Praxis, einschließlich eines Arztes für medizinische Vorsorge und eines Rechtsanwalts für Haftungsfragen.

Neben der Aus- und Fortbildung setzt „Nautitec“ auf maritime Forschung. So hat das Unternehmen für das künftige Kohlekraftwerk Hamburg untersucht, wie große Bulk-Carrier mit Kohle direkt an der Pier anlegen können, ohne vorher zu leichtern.

Zuständig für das Unternehmen ist Kapitän Michael Lewitzki, nautischer Inspektor bei der Reederei Hartmann. Projektkoordinator und Instruktor ist Lotse Georg Haase, technischer Leiter Günter Gerjets.

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