

Volkswagen im Frachtverkehr als Flugmotor
Von Heiko Olszewski
Emden.
Auch 2011 befanden sich die Flugbewegungen insgesamt im sanften Steigflug. Ein schwerer Absturz der Emder OLT-Flugzahlen blieb aus. Die Personenflüge Emden-Borkum gehen unverändert weiter. Wesentliche Änderungen nach den umfangreichen Umstrukturierungen der Ostfriesischen Lufttransport GmbH durch den polnischen Investor Amber Gold betrafen den Standort in Bremen.
Aus den Start-und Landelisten des Emder Towers (2010er Vergleichszahlen in Klammern):
Linienflüge: 2.620 (2.508), übrige gewerbliche Flüge: 5.728 (5.548), nichtgewerbliche Flüge: 2.344 (2.248). Deutlich sanken die Schulflüge: Auf gewerblich 368 (448) und privat gerade mal 38 (202). Flugbewegungen insgesamt: 11.206 (10.800). Dabei wurden insgesamt 23.673 Personen befördert (Vorjahr: 22.345) und 651.485 kg Fracht bewegt (640.337 kg in 2011).
Im Frachtverkehr erwies sich besonders VW als Flugmotor. Geschätzte 25 Tonnen Fracht allein im zweiten Halbjahr 2011 ließ der Automobilriese nach Emden einfliegen. Wobei es sich weniger um gewichtige, als für die jeweilige Produktion wichtige Teile handelt. „Teilweise gab es zwei VW-Flüge täglich. An manchen Tagen standen hier aufgrund der hohen Absatzzahlen sogar 5 VW-Maschinen gleichzeitig auf dem Platz“, berichtet Norbert Harms, seit Sommer 2011 neuer Flugleiter und Verwaltungsmitarbeiter.
Eine langjährige Konstante ändert sich allerdings: Nach 32 Jahren geht Christa D’Elia, Urgestein des Emder Flugplatzes, aus Altersgründen von Bord. Sie war schon dabei, als „Emden“ noch ein sehr beschaulicher Landeplatz war.
Mittlerweile entwickelt sich der Flugplatz Emden neben der „klassischen Fliegerei“ weiter als Schnittstelle zu modernster Windenergie. Beim Transport von Personal und Ersatzteilen zu den Windparks “Alpha Ventus” und “Bard Offshore 1” vor der Küste dominieren naturgemäß die Helikopter. Allein in der zweiten Hälfte 2011 waren es rund 400 Hubschrauberstarts und –landungen. Die Anbindung an die Autobahn A 31 gibt den Flügen dabei eine entscheidende Starthilfe. An die Flugzeughalle für Hubschrauber werden nun zwei 300 Quadratmeter große Abfertigungskomplexe angebaut.
Diplom Ingenieur Remmer Edzards, Geschäftsführer der Flugplatz Emden GmbH und der Stadtwerke Emden GmbH (SWE), sieht hier weiteres Potential für Höhenflüge: „Wir haben einen genehmigten Bebauungsplan über eine Fläche von sieben Hektar. Investoren könnten hier kurzfristig bauen. Mit Blick auch auf die bereits 24 genehmigten Offshore-Windparks bietet sich Emden bei Service und Wartung von Helikoptern und Windenergieanlagen an.“ So sollen bereits ein Hubschrauberhersteller sowie ein niederländisches Unternehmen für Service/Qualitätssicherung im Offshore-Bereich interessiert sein. Mit jeder sich drehenden „Windmühle“ in der Nordsee könnten dann auch die Emder Drehflügler-Aktivitäten verstärkt abheben.






